Infos über die Bistumssynode

Informationen über die wichtigsten Entscheidungen auf der 65. Ordentliche Synode des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland

Arbeiten am Strukturprozess: Die Synodalvertretung berichtete ausführlich über den intensiven Strukturprozess der vergangenen Jahre. Drei Herausforderungen wurden zu Beginn des Prozesses ausgemacht: Ressourcen, Personalführung und Identität der Kirche. Vor allem die Ressourcen und die Personalführung waren im Fokus: Durch eine neu eingerichtete, zentrale Stelle für die Personalbetreuung und die Definition von Prozessen im Personalwesen professionalisiert die alt-katholische Kirche künftig den Einsatz und die Begleitung ihres hauptberuflichen Personals.

Änderung der Formulierung „katholische Kirche“ in den Glaubensbekenntnissen:
Ein Antrag, einen Diskussionsprozess über das Wort “katholisch” im Glaubensprozess zu starten, wurde mit großer Mehrheit nicht angenommen – schließlich verwenden alle Kirchen, mit denen die alt-katholische Kirche in voller Gemeinschaft steht, bis hin zu den schwedischen Lutheranern, diese Formulierung im Credo.

Zur Wahl einer neuen Bischöfin, eines neuen Bischofs:
Die geltenden Wählbarkeitsvoraussetzungen für das Bischofsamt bleiben bestehen. Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen also mindestens fünf Jahre lang in der alt-katholischen Seelsorge oder Lehre tätig sein, um zur Bischöfin / zum Bischof gewählt werden zu können.
Für die Nachfolge unseres Bischofs Ring haben sich bislang zwei Priester offiziell beworben: der Hamburger Pfarrer und Dekan des Nord-Dekanats Walter Jungbauer und der Dortmunder Pfarrer und kommissarischer NRW-Dekan Robert Geßmann.
Wie die Wahl im Oktober ausgehen wird, scheint jedoch noch völlig offen zu sein. Es ist möglich, dass bis zum Herbst noch weitere Kandidaten gibt. Auch während der Wahlsynode ist noch alles offen: Die Synodalen können jeden wählbaren Geistlichen auf ihren Wahlzettel schreiben. Es können sich also jederzeit Überraschungskandidaten – überraschend auch für die Kandidaten selbst – ergeben.

Kirchliche Ämter und extremistische Tendenzen:
Eine Erklärung zu Voraussetzungen der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeit in kirchlichen Ämtern und Gremien angesichts des Erstarkens rechtsextremistischer Tendenzen in Gesellschaft und Politik wurde an den Rechtsausschuss übermittelt, um eine Verfahrensordnung zu ermitteln. (Unsere persönliche Meinung ist, dass Ausgrenzungen hier nur bedingt hilfreich sind.)

Zum Stimmrecht in der Gemeindeversammlung: Ab sofort haben auch Gemeindemitglieder im Alter von 14 Jahren Stimmrecht. Bisher war das auf die Grenze von 16 Jahren bestimmt. Die neue Regelung ist ein deutliches Zeichen der Öffnung an die jungen Gemeindemitglieder. Das Recht auf Glaubensfreiheit beginnt ja auch mit dem 14. Lebensjahr.

Altersgrenze Wahl in den Kirchenvorstand: Um in den Kirchenvorstand gewählt zu werden muss man nach wie vor volljährig sein, also das 18. Lebensjahr erreicht haben. Ein wesentliches Argument, diese Altersgrenze herabzusetzen, waren Überlegungen des Jugendschutzes.

Wahlrhythmus der Kirchenvorstandsmitglieder:
Der Wahlrhythmus von zwei Jahren für jeweils die Hälfte der KV-Mitglieder bleibt bestehen.
(Wenn alle KV-Mitglieder gleichzeitig alle 4 Jahre gewählt werden würden, könnte ein wesentlicher Wissensverlust entstehen.)

Diverse Gottesbilder und inklusive Sprache:
Auf der nächsten Bistumssynode (2028) soll ein thematischer Tag zum Thema „Diverse Gottesbilder und inklusive Sprache in Liturgie und Kirchenalltag“ stattfinden.
(Wer nähere Informationen zu diesem Thema wünscht, wende sich an Bettina Kissel.)

Synodalvertretung
Bei der Wahl für die Synodalvertretung habe ich (Bettina Kissel) kandidiert – weil vier von sechs Mitgliedern ausschieden, darunter die beiden einzigen Frauen, und ich sicherstellen wollte, dass zumindest eine Frau kandidiert.

Es kam anders als erwartet: Es gab deutlich mehr Kandidatinnen und Kandidaten als gedacht, und am Ende sind gleich zwei Frauen in die Synodalvertretung gewählt worden. Das freut mich sehr, da ich mich gut vertreten fühle. Gabi Keusen (Gemeinde Aachen) kenne ich seit vielen Jahren von baf. 

Tom Dorner und Bettina KIssel

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