Pfarrer Hans Vogt wird im Gottesdienst am Sonntag, 17. Januar 2016 um 15 Uhr durch Bischof Dr. Matthias Ring feierlich verabschiedet.

Mit Wehmut in die Freiheit

Pfarrer Hans Vogt geht in den Ruhestand

Laura Fischer, BNN 9.1.16

Hans_VogtEs ist die Geschichte vom lachenden und vom weinenden Auge: Wenn Hans Vogt am Sonntag, 17. Januar, nach mehr als 30 Jahren als Pfarrer der alt-katholischen Gemeinde verabschiedet wird, ist da auf jeden Fall ein Stück Wehmut mit im Spiel. Er habe innige Beziehungen und tiefe Freundschaften aufgebaut und sich auch nach so langer Zeit immer wieder auf den sonntäglichen Gottesdienst gefreut, so der Geistliche. „Aber ich freue mich auch darauf, in Zukunft ein Stück freier zu sein und mich neu sortieren zu können.“ Damit das gelingt, plant er unter anderem eine Reise in die Mönchsrepublik des heiligen Berges Athos in Griechenland. Und es soll nicht die letzte Reise bleiben. „Meine Frau und ich – wir werden sowieso immer wieder unterwegs sein. Zwei unserer drei Kinder leben in Norwegen und der Schweiz. Da ergibt sich das von selbst.“ 30 Jahre lang haben Vogt und seine Frau das Gemeindeleben der Baden-Badener Alt-Katholiken geprägt – er als Pfarrer, sie als Chorleiterin und Organistin. „Ich bin damals mit dem Ziel angetreten, die Gemeinde zu verjüngen, sie nach außen hin offen zu gestalten und auch mal ein Fest zu feiern. Und ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen“, berichtet Vogt, ohne dabei affektiert zu klingen. Das Ehepaar setzte auf die Jugendarbeit, führte als erste Kirche einen Kindergottesdienst ein. Da verwundert es kaum, dass die Freizeiten, die er mit den Jugendlichen auf Skihütten oder dem Segelboot verbrachte, neben der wöchentlichen Heilzeit und dem Einbau des neuen Altars zu Vogts ganz persönlichen Höhepunkten während seiner langen Karriere zählen. „Der Umgang mit den Kindern und Jugendlichen hält jung und ich freue mich, dass die Kirche am Sonntag vor allem auch mit Familien besetzt ist. Es ist einfach schön, wenn alle gemeinsam singen und die Kirche zum Treffpunkt wird.“ Für seine Nachfolge wünscht er sich deswegen auch einen jungen Pfarrer oder vielleicht sogar eine Frau. „Es ist diese Beweglichkeit, die die alt-katholische Kirche ausmacht. Und es wäre schön, wenn sich das auch in meinem Nachfolger widerspiegeln würde.“ Wenn der oder die ihre Arbeit dann aufnimmt, wird auch Hans Vogt auf einem der Stühle in der Spitalkirche sitzen – als einfaches Mitglied der alt-katholischen Kirchengemeinde.

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