Chorgestühl der Spitalkirche Baden-Baden

Laut Inschrift wurde das Chorgestühl 1552 von dem Pforzheimer Kunstschreiner Hans Kern verfertigt.


Hans Kern kommt aus einer Künstlerfamilie in Pforzheim. Des Meisters Signatur wie auch sein Hauswappen sind im Gestühl zu finden. Das Wappen verweist auf die Urheimat der Künstlerfamilie: Schwäbisch-Hall.
Ursprünglich wurde das Gestühl für den Chor der Stiftskirche zu Baden-Baden gearbeitet und dort aufgestellt. Beim großen Stadtbrand vom 24. August 1689 wurde auch die Stiftskirche von dem Feuer erfasst. Das Chorgestühl überlebte, obwohl dabei das gesamtes Dach der Kirche einstürzte. Zum Glück fand das Chorgestühl in der nahe gelegenen Spitalkirche einen Schutz vor Verwitterung und Raub, weil dort die steinerne Kuppel über dem Chor dem Brand des Dachstuhles widerstanden hatte.

Gestiftet wurde das Chorgestühl von Mitgliedern des Markgräflichen Hauses wie Christoph I. und Elisabeth, Gemahlin Philipps I., geb. von der Pfalz; sowie von Persönlichkeiten des Hofkreises: Jakob Kirser, Kanzler, und Philipp von Willstatt, fürstlichem Rat. Der Grabstein von Ph. Willstatt ist heute noch in der Spitalkirche an der Nordwand zu sehen.

Das Chorgestühl gehört heute der Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Es ist eine Außenstelle des landeseigenen Museums.           TD (Tom Dorner)

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