Gebete der Heiligen

„Preces Santorum“ – „Gebete der Heiligen“ ist die Bezeichnung dieses Fensters. In seinem unteren Teil sehen wir die drei Jünglinge im Feuerofen. Inmitten der Flammen loben und preisen sie Gott.

„Die Standhaftigkeit der Freunde …
… sollt ihr niederfallen und das goldene Standbild anbeten, das König Nebukadnezzar errichtet hat. 6 Wer aber nicht niederfällt und es anbetet, wird noch zur selben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen.“ (Daniel 3.24 ) Die drei Freunde – Schadrach, Meschach und Abed-Nego – verweigerten aber die Anbetung des goldenen Standbildes Nebukadnezzars: Wenn überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren, uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, kann er uns retten.
So kam es auch: Die drei Freunde vertrauten auf Gott, priesen ihn und verbrannten nicht. Sie kamen völlig unversehrt aus dem glühenden Feuerofen und Nebukadnezzar erkannte und würdigte ihren Glauben.

Über den drei Jünglingen sehen wir im Fenster den Patriarchen Jakob, der die ganze Nacht hindurch bis zur Morgenröte mit Gott ringt, bis dass ER ihn segnet.

„Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg. Als der Mann sah, dass er ihm nicht beikommen konnte, schlug er ihn aufs Hüftgelenk. Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm rang. Der Mann sagte: Lass mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen. Jakob aber entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest. Jener fragte: Wie heißt du? Jakob, antwortete er. Da sprach der Mann: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel [Gottesstreiter]; denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen. Nun fragte Jakob: Nenne mir doch deinen Namen! Jener entgegnete: Was fragst du mich nach meinem Namen? Dann segnete er ihn dort.

Jakob gab dem Ort den Namen Penuël [Gottesgesicht] und sagte: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und bin doch mit dem Leben davongekommen. Die Sonne schien bereits auf ihn, als er durch Penuël zog; er hinkte an seiner Hüfte.“ (Gen 32,25-32; Einheitsübersetzung)
Interpretation (eine von vielen): „Das Ringen mit Gott steht für die Begegnung mit der eigenen Wahrheit, die schmerzlich sein kann.“

Weiter oben im Fenster schauen wir das Antlitz des Apostels Paulus, der im Gebet bis in den dritten Himmel und in das Paradies entrückt wurde, und unaussprechliche Worte hörte, die kein Mensch zu hören vermochte:
„Ich wurde vor vierzehn Jahren in den dritten Himmel hinaufgehoben, doch ob mein Körper dort war oder nur mein Geist, weiß ich nicht; das weiß nur Gott. Und ich weiß nicht, wie ich dorthin gelangte — das weiß nur Gott. Aber ich weiß, dass ich ins Paradies versetzt wurde und erstaunliche Dinge hörte, die sich nicht in Worte fassen lassen.“ (2. Korintherbrief Kapitel 12, Verse 2 – 4)

Ganz oben im Fenster schwebt ein Engel, der in einer goldenen Schale die Gebete der Heiligen vor das Antlitz Gottes bringt. (Offenb. 8.3 …)

Lichtstrahlen durchfluten das ganze Fenster, das umrahmt ist von den Gestalten zahlloser namenloser Beter.

„Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Joh. 4.24)             TD

Veröffentlicht in Gute Gedanken, Kirchenfenster, Spitalkirche Baden-Baden und verschlagwortet mit , , .